Machen wir gemeinsam weiter?

Vorgestern hat der Tages-Anzeiger berichtet, dass unsere Sammlung für die zweite Grundeinkommens-Initiative auf der Kippe steht.

Gestern nun hat der Vorstand des Vereins Grundeinkommen beschlossen: 

Wir machen weiter!

Die Sammlung wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn sie jetzt massive Unterstützung erhält. 

Aktuell haben wir 35’000 Unterschriften beisammen. Damit wir bis zum Jahresende die 100’000 Unterschriften überschreiten, müssen ab jetzt monatlich rund 14‘000 Unterschriften gesammelt werden. Das ist sehr viel. Wenn aber nur schon jede:r Empfänger:in dieses Newsletters im Durchschnitt eine Handvoll Unterschriften beiträgt, werden wir dieses Ziel erreichen.

Sind Sie bereit, sich für die Abstimmung über das Grundeinkommen einzusetzen? Das ist auf vielerlei Weise möglich.

Ich trage bei:

Weshalb ist es so wichtig, dass die Unterschriftensammlung gelingt? 

Wenn die Unterschriftensammlung scheitert, dann wird das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ in der Schweiz für die nächsten Jahre tabu sein. Denn kaum jemand wird es wagen, nach einer gescheiterten Sammlung eine neue Initiative zum Grundeinkommens zu lancieren. Es geht also darum, die Idee des Grundeinkommens in der Schweiz nicht sterben zu lassen. Das müssen wir und das wollen wir nun mit vereinten Kräften verhindern. Bitte helfen Sie mit!

Warum braucht es die Abstimmung?

Die diversen Krisen (Pandemie, Klima, Krieg, Inflation, etc.) zeigen die Notwendigkeit einer garantierten Existenzsicherung deutlich auf. Nur wer sich keine finanziellen Sorgen machen muss, kann sich um Probleme kümmern. Nur wer finanziell abgesichert ist, kann dort wirken, wo er oder sie den besten Beitrag zu leisten vermag.. 

Lasst uns die gesellschaftliche Superkraft des bedingungslosen Grundeinkommens gemeinsam an die Urne bringen!

Mit hoffnungsvollen Grüssen

Bild von Josef Brusa, Präsident Verein Grundeinkommen Schweiz
Josef Brusa, Präsident Verein Grundeinkommen Schweiz

Brief eines Rentners

Michel hat uns diesen Brief zugesendet, den er an seine Freunde weitergeleitet hat. Gerne veröffentlichen wir ihn an dieser Stelle, natürlich mit seinem Einverständnis.

Liebe Freunde

Kürzlich fand eine Umfrage statt, bei der die Mehrheit der Sicherheit den Vorzug vor der Freiheit gab. Im ersten Augenblick mag das in einer fortschrittlichen Demokratie verwundern, doch bei einer gründlicheren Überlegung nicht: Es gibt ja nicht nur eine Freiheit zu, sondern auch eine Freiheit von. Oder vielmehr die Befreiung von. Zum Beispiel von Zwang, von Diskriminierung, von Gewalt und vor allem von materieller Not.

Jene unter uns, die bereits in Rente gegangen sind, wissen letztere Befreiung besonders zu schätzen. Wir würden uns zwar nicht beklagen, wenn es etwas mehr sein würde, doch wer ein- oder mehrmals im Leben in materieller Not war, der schätzt diese grosse Sicherheit.

Die Frage, die sich angesichts von Digitalisierung und Automatisierung einer ganzen Gesellschaft stellt und die die Solidarität auf ihre demokratische Fahne gesetzt hat, warum nicht allen die Sicherheit vor materieller Not zuzugestehen? Warum muss man erst in Rente gehen, oder als Arbeitslose/r den Kniefall vor dem Sozialamt machen, um diese Sicherheit zu erlangen, wenn es die finanzielle Möglichkeit gibt, sie allen Bürgern zuzugestehen, ohne die Löhne damit zu belasten?

Ich finde, dass zu Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit auch ein vierter Wert gehört. Der bleibt meistens unausgesprochen; die Verantwortung füreinander. Denn ohne diesen Wert sind die anderen drei bloss hohle Begriffe.

Wenn Ihr der gleichen Meinung seid, dann unterschreibt doch bitte die neue, zweite Initiative für ein bedingungslose Einkommen und schickt diesen Brief mit der gleiche Bitte an möglichst vielen eurer Verwandten und Bekannten. Die Website dazu ist https://www.grundeinkommenschweiz.ch/.

Und wer die Zeit zum Lesen hat empfehle ich das Buch von Richard David Precht, „Freiheit für alle: Das Ende der Arbeit wie wir sie kannten.“ Es ist ein tiefer und hervorragender Blick in die Zukunft, die wir besonders hier in der Schweiz noch mitgestalten können. Vor allem macht Precht konkrete Vorschläge dazu.

Ich wünsche euch einen erfreulichen Sommer!

Mit herzlichen Grüssen

Michel